Blog,  Kolumne "Gedanken zu..."

Gedanken zu… meinem 30. Geburtstag

Die große 30 steht vor der Tür.

Wenn ich diese Zeilen schreibe, bin ich noch 29. Es ist Donnerstag, genau zwei Wochen vor meinem 30. Geburtstag. Dem Geburtstag, um den ein recht großer Trubel herrscht, nicht selten begleitet von Panik vor dem Älterwerden, Trauer über die vergangene Jugend und vielleicht auch Frustration, weil doch alles anders gekommen ist, als gedacht.

Auch online finden sich allerlei Einträge zum Thema dreißig werden. Darunter „die perfekte Party“, „30 Dinge vor der 30“, „das perfekte Geschenk zum 30. Geburtstag“, „Veränderungen ab 30“ und vor allem „Veränderungen der Frau ab 30“. Ich habe sie nicht alle gelesen, zum Teil nur überflogen oder gar nicht erst geöffnet. Ich möchte mich nicht stressen lassen oder Gedanken hervorrufen, die mir ohne diese Zeilen nicht in den Kopf gekommen wären. Diesen neuen Lebensabschnitt möchte ich gerne möglichst unvoreingenommen und mit offenem Herzen empfangen.

Eine Zahl ist eine Zahl. Welche Bedeutung und Gefühle wir ihr zuschreiben, haben wir in der Hand.

Angst habe ich keine. Doch was empfinde ich, wenn ich an die 30 denke? Heute, auf dem Weg zur Arbeit, habe ich darüber nachgedacht, was der bevorstehende Geburtstag mit mir macht. Welches Gefühl er in mir weckt. Angst war es nicht. Schon länger habe ich aufgehört, mich zu sehr mit Zahlen zu beschäftigen. Die Waage habe ich vor Jahren aus meiner Wohnung verbannt und meinem Alter messe ich auch nicht allzu zu viel Bedeutung zu. Da ich merke, dass es mir damit gut geht, vermute ich, dass es für mich so passt. Andere Menschen sehen es vielleicht anders, was auch in Ordnung ist. Ich empfinde es als befreiend. Ein Thema weniger, um das sich mein Kopf Gedanken machen muss. So habe ich mehr Raum für andere Dinge. Und glaubt mir, mein Kopf steht selten still.

Damit möchte ich nicht sagen, dass mir Geburtstage egal sind oder dass das Alter gar keine Rolle spielt. Doch oftmals spielt es, meiner Meinung nach, eine zu große Rolle. Auch haben sich die Zeiten geändert. Was 30 früher bedeutet hat, bedeutet es heute nicht mehr, Ansichten haben sich geändert, Aussichten haben sich geändert, die Forschung, die Medizin, wir Menschen haben uns verändert. Würde ich mich jetzt noch daran festhalten, was ich in meinen Teenie-Jahren von meinem späteren 30-jährigen Ich dachte, würde mich das wohl auch enttäuschen. Mittlerweile habe ich jedoch gelernt, wie unplanbar das Leben häufig ist. Zu oft haben sich meine Pläne schon geändert, alles kam anders als gedacht und doch war es genauso gut.

Der Weg ist das Ziel.

Ich bin noch nicht dort, wo ich sein möchte, aber wenn es so wäre, dann wäre meine Reise ja auch schon vorbei. Das möchte ich sicher nicht. Veränderung und Entwicklung gehören zum Leben und das in jedem Alter. Mal passiert mehr, mal weniger und manchmal plätschert auch alles eine Weile vor sich hin – alles normal, alles ok.

Mut, Vertrauen, Aufmerksamkeit, Fürsorge, Liebe und Gelassenheit.

Wie möchte ich meine 30-iger angehen? Mit Mut, Vertrauen, Aufmerksamkeit, Fürsorge, Liebe und Gelassenheit. Mut, etwas auszuprobieren, ich noch nicht kenne, etwas zu wagen, was noch nicht ganz fertig ist, aber reif für den Start. Diesen Mut anzuerkennen, zu schätzen und mich dafür noch ein Stück mehr zu respektieren und zu lieben. Vertrauen in mich, dass ich meinen Weg schon finden und gehen werde. Auch möchte ich mit Vertrauen und wachsamen Augen durch die Welt gehen. Aufmerksam sein, Dinge sehen und wahrnehmen, mich einsetzten für das, was mir wichtig ist, so wie es mir möglich ist. Meine Reichweite (sowohl on- wie auch offline) nutzen, um aufmerksam zu machen auf Umstände – positive sowie negative. Ein Mensch allein kann sich nicht der Welt(probleme) annehmen, doch das eigene Wissen oder auf entsprechende Quellen hinweisen kann jede*r. Fürsorge, um auf mich aufzupassen. Mir Ruhe und Pausen zu gönnen. Diese zu genießen und wertzuschätzen. Liebe – für mich, für meine Lieben. Denn Liebe ist alles. Und Gelassenheit rundet das Paket ab. Das wird wohl ein längeres Projekt, denn ich kann mich schon mal in Dingen aufhängen – auch an kleinen Dingen. Ganz ablegen werde ich das wohl nie, das gehört einfach zu mir und ist auch ok. Siehst  du – ich nehm’s gelassen. 😉

Was wünschst du dir für dein neues Lebensjahr?

Teile deine Gedanken mit mir in den Kommentaren oder auf Instagram. Ich freue mich auf den Austausch.

Alles Liebe und Namasté

Deine Ines

Fotos © Unsplash

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