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Shiatsu – Kunst der achtsamen Berührung

Manchmal, da trifft man auf Menschen oder es passieren Dinge genau zur rechten Zeit. Zufall, Schicksal oder eine glückliche Fügung? Das kommt ganz darauf an, woran du glauben möchtest. Für mich fühlt es sich richtig an. Doch wovon spreche ich hier? Es geht um Shiatsu, eine fernöstliche Massagetechnik, die manuelle Therapie mit energetischer Körperarbeit verbindet und so Körper und Seele zur Entspannung verhilft.

In diesem ersten Teil erzähle ich dir etwas über die Hintergründe von Shiatsu, erkläre dir den Ablauf einer Behandlung und gehe auf deren Wirkung ein. Um das Bild abzurunden, beantwortet Magali Chasting, Shiatsu-Praktikerin in Berlin, einige spannende Fragen.

Teil II der Shiatsu-Reihe befasst sich mit meinem ganz persönlichen Erfahrungsbericht

 

You have to homes, 

earth and your body.

Take care of them.

Herkunft und Bedeutung

Shiatsu („shi“ = Finger; „atus“ = Druck), die Kunst der achtsamen Berührung, ist eine japanische Form der Akupressur und basiert auf den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die fernöstliche Massagetherapie folgt dem Grundprinzip, dass Berührung beruhigt, Schmerzen lindert sowie Trost und Nähe spendet. Du hast Shiatsu in abgeschwächter Form vermutlich bereits bei dir selbst angewandt. Wenn du z.B. Bauch- oder Kopfschmerzen verspürst und deine Hände automatisch den Weg auf deinen Bauch oder an deinen Kopf/deine Schläfen finden. Shiatsu-Therapeuten behandeln mit gezielten Fingerdrucktechniken Akkupunkturpunkte, die auf sogenannten Meridianen (Leitbahnen der Lebensenergie Qi) liegen, um vorhandene Blockaden und Stauungen des Energieflusses zu lösen. Die Lebensenergie Qi soll zurück ins Gleichgewicht gebracht und die Selbstheilungskräfte unseres Organismus aktiviert werden.

Ablauf: Befragung, (Pulsdiagnose), Massage

Zunächst erstellt der*die Praktiker*in eine präzise Diagnose anhand einer eingehenden Befragung. Zusätzlich kann eine Pulsdiagnose durchgeführt werden, welche Anhaltspunkte für den energetischen Zustand des Patienten gibt. Um Blockaden im Energiefluss zu erkennen, testet der Therapeut die Meridiane. Immer mit Respekt und Rücksicht auf den Patienten. Bequeme Kleidung und warme Socken sorgen für den Wohlfühlfaktor, schaffen eine angenehme Atmosphäre und erlauben einen einfacheren Zugang zum Patienten. Nach dem Gespräch zwischen Shiatsu-Praktiker*in und Patient, legt sich der Patient auf einer Matte am Boden ab, meist auf einem Futon oder einer dickeren Matte, unterstützt durch ein Kissen für den Kopf und gegebenenfalls einem Bolster unter den Knien, um Spannungen in Hals- und Lendenwirbelsäule auszugleichen. Die jeweiligen Druckpunkte (Tsubos) werden für etwa 5-7 Sekunden, teilweise unter Einsatz des ganzen Körpers des Therapeuten sowie Berücksichtigung des Atemrhythmus des Patienten, gedrückt und/oder massiert. Neben den Fingern/Händen können ebenfalls Knöchel, Ellbogen oder Füße des Therapeuten zum Einsatz kommen

Magali Chasting: "Diese Verbindung auf Herzenshöhe ist für mich sehr nährend."

Deine Aufgabe: Loslassen, vertrauen, entspannen

Loslassen, vertrauen und entspannen. Für viele Menschen genau der Knackpunkt. Eine stimmige Chemie zwischen Therapeut und Patient ist daher, meiner Meinung nach, ein absolutes Muss. Mitbringen brauchst du nur bequeme Kleidung und die Bereitschaft, dich auf die Behandlung einzulassen.

Wirkung: Blockaden werden gelöst, Entspannung tritt ein

Das Lösen von Blockaden soll eine Lockerung und Entspannung der Muskulatur des Patienten bewirken. Der Energiefluss wird angeregt und die Selbstheilungskräfte des Organismus werden aktiviert. Gefühle von Wohlbefinden, Entspannung können sich einstellen und Beschwerden wie Kopf- und Regelschmerzen können gelindert werden.

Anwendungsbereiche: Stress, Verspannung, Schmerzen

Patienten finden den Weg zu einem Therapeuten aufgrund vielfältiger Symptome, wie beispielsweise: 

  • Stress
  • Schmerzen
  • Verspannungen
  • Psychische Verstimmungen
  • Bedürfnis nach allgemeiner Entspannung und
  • Chronischen Krankheiten.

Fazit

Du siehst, eine Shiatsu-Massage kann bei vielfältigen Anliegen eine mögliche Behandlung sein. Ob und wie sie für dich wirkt ist sehr individuell. Worüber du dir im Klaren sein solltest ist, dass es eine intime Behandlung ist. Reagierst du sehr empfindlich auf Berührung oder ist dir Körperkontakt unangenehm, heißt das nicht automatisch, dass Shiatsu nichts für dich ist. Dein*e Therapeut*in wird dich im Anfangsgespräch fragen, ob du etwas nicht möchtest oder dir ein Bereich unangenehm ist und sich auch während der Behandlung nach deinem Empfinden erkundigen. Auch wirst du beim Kennenlernen schnell feststellen, ob die Chemie zwischen euch stimmt und du dich darauf einlassen willst. Höre hier auf deine innere Stimme, auf dein Bauchgefühl und bedenke immer, dass du eine Stimme hast, die du vor, während und nach der Behandlung einsetzten kannst und sollst, wenn dir etwas nicht behagt. Ziel der Behandlung ist deine Entspannung und um in einen solchen Zustand zu gelangen braucht es Vertrauen und Mut. Wenn du dich darauf einlassen möchtest, kann es eine wahre Wohltat sein.

Ich selbst habe erst kürzlich meine erste Shiatsu-Behandlung erhalten. Den Blogbeitrag, wie ich die Behandlung wahrgenommen habe und wie es mir danach ging, findest du hier. Folge mir gerne auf Instagram, um alle Neuigkeiten zu erfahren.

Eindrücke einer Expertin

Um dir nun auch die Sichtweise einer Expertin zu geben, habe ich Magali Chasting, bei der ich meine erste Behandlung genießen durfte, gebeten, mir ein paar Fragen zu sich und ihrem Weg zu beantworten. Magali habe ich auf dem Agape Zoe Festival in Berlin kennengelernt. Sie ist ausgebildete Shiatsu Praktikerin und hat dort ihre Shiatsu-Künste angeboten. Unter allen Teilnehmern des Festivals hat sie eine kostenlose Anwendung verlost. Dank ihres Sohnes, der meinen Namen aus dem Lostopf zog, war ich die glückliche Gewinnerin. Als wir über den Termin für die Behandlung sprachen, kam mir die Idee, sie um ein Interview zu bitten. Viel Spaß bei diesen Eindrücken aus erster Hand.

Magali Chasting, Shiatsu-Praktikerin aus Berlin

Ines: Liebe Magali, stell dich gerne einmal selbst vor.

Magali: Ich bin Französin, 35 Jahre alt und Mutter von einem 5-jährigen Sohn. Ich wohne seit 7 Jahren in Berlin. Ich bin Shiatsu-Praktikerin und Achtsamkeitstrainerin und meditiere seit 9 Jahren. Ich helfe Menschen, die unter Stress und Blockaden leiden oder jenen, die sich nach achtsamer und liebevoller Berührung sehnen. Danach, Entspannung, Befreiung, Ruhe, Leichtigkeit und Heilung auf körperlicher, geistiger und spiritueller Ebene zu erleben. Das mache ich, indem ich ihre Energie in Bewegung bringe und sie mit sich selbst und der Erde verbinde.
Für die, die eine schnellere Veränderung in Richtung eines erfüllenden Lebens suchen und bereit sind, sich für ihre Selbstermächtigung einzusetzen, biete ich ein intensives Programm in einem 3-monatigen Format als Einstieg und bald gibt es auch die Möglichkeit, ein ganzes Jahr begleitet zu werden.

Ines: Wie bist du zum Shiatsu gekommen?

Magali: Durch mein Interesse für den japanischen Geist und meine eigene persönliche Suche nach Glück, Erfüllung, Sinn und Heilung. Erst als Klientin und viele Jahre später, als ich dann schwanger wurde und meinen Beruf wechseln wollte, habe ich die Ausbildung angefangen.

Ines: Was an deinem Job macht dir am meisten Spaß?

Magali: Ein Aspekt, der für mich sehr kostbar ist, ist dass ich Menschen in meiner Praxis in ihrer Verletzbarkeit erleben darf und ihnen offen, achtsam und herzlich begegnen kann. Diese Verbindung auf Herzenshöhe ist für mich sehr nährend. Es ist sehr wertvoll zu erleben, wie ein Mensch nach einer Behandlung strahlt und erleichtert wirkt. Noch schöner ist es, wenn jemand sich längerfristig engagiert und immer mehr Zufriedenheit in seinem Leben findet.

Ines: Mit welchen Erwartungen und Anliegen kommen deine Kunden zu dir in Behandlung?

Magali: Manche kommen, weil sie sich Erleichterung von körperlichen Schmerzen, Beschwerden oder Spannungen wünschen. Viele sehnen sich nach mehr innerer Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit. Andere wollen in Krisenzeiten, wegen langanhaltender oder chronischer Beschwerden Unterstützung, Begleitung oder wünschen sich ein Erforschen mit sich selbst: Was steckt dahinter? Wie komme ich weiter? Wie komme ich aus diesen Mustern heraus? Langsam wird Shiatsu in Deutschland bekannter und manche Kunden kommen, weil sie von der Schulmedizin enttäuscht wurden und bereit dazu sind, auf anderem Weg in die Tiefe zu schauen.

“Es ist sehr wertvoll zu erleben, wie ein Mensch nach einer Behandlung strahlt und erleichtert wirkt.” 

Ines: Wem empfiehlst du eine Shiatsu Behandlung?

Magali: Wenn du dich nach tiefer Entspannung, wahrem Loslassen, Regeneration, Vitalität, Leichtigkeit, nährender Berührung und liebevoller Aufmerksamkeit sehnst oder wenn du dich selbst und den Boden unter deinen Füßen wieder spüren willst, dann solltest du auf jeden Fall Shiatsu probieren!

Ines: Worauf sollte man bei der Auswahl eines Shiatsu-Praktikers achten?

Magali: Shiatsu ist in Deutschland kein anerkannter Beruf. Dadurch kann sich jeder Shiatsu-Praktiker nennen. Der Berufsverband (Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland) bietet eine Liste anerkannter Shiatsu-Praktiker*innen und -schulen. Die Schulen, die anerkannt sind, bieten Ausbildungen an, die mindestens 3 Jahren dauern. Ich würde jedem raten darauf zu achten, dass der Praktiker eine Praxis und Supervision von mindestens 3 Jahren gemacht hat.

Ines: Wofür steht der Name Momoko?

Magali: Momoko ist japanischer Mädchenname und bedeutet „Kind der Pfirsichbäume“. Der Pfirsichbaum gilt in Japan als Symbol der Langlebigkeit. Damit will ich auf die regenerierenden Eigenschaften Shiatsus hinweisen.

Ines: Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Magali: Als erstes will ich natürlich meinen Sohn erwähnen. Er ist ein Motor, eine Inspiration und ein Lehrer für mich. In der Zeit vor meinem Sohn, bin ich für die Gelegenheiten dankbar, in denen ich Mut einsetzen musste. Hier entstanden bereichernde Erfahrungen und Entwicklungen. Inzwischen bin ich auch dankbar für meine Leiden, meinen Weltschmerz und die körperlichen Schmerzen und Krankheiten, die ich erlebt habe. Ich sehe, dass diese Boten mir den Weg der Erfüllung gezeigt haben.

Ines: Welches war das schönste Kompliment, was du erhalten hast und welches das Schönste, was du gegeben hast?

„Dein Herz ist so schön“ hat mich in der letzten Zeit am meisten berührt.

„Du bist ein Held“, weil ich finde, dass wir uns öfter daran erinnern sollten, wie wichtig Mut und Integrität für unsere Freude, Zufriedenheit und unser Glücksgefühl sind.

Ines: Wo kann man dich finden?

Magali: Meine Praxis befindet sich in Kreuzberg SO36 und ich bin öfter im Görlitzer Park am Entspannen oder mit meinem Kind auf dem Spielplatz. Ich hoffe, wir sehen uns wieder auf dem Agape Zoe Festival. Sonst findest du alle Infos zu meinen Workshops, meine Kontaktdaten und andere Neuigkeiten auf meiner Website. Bei Interesse an einer Zusammenarbeit, biete ich kostenlose Gesprächssitzungen an, in denen wir uns kennenlernen und schauen, was du brauchst und wie ich dich unterstützen kann. Schick mir dazu gerne eine E-Mail an: magali.chastaing@gmail.com mit „Clarity Session“ als Betreff. Ich freue mich auf euch.

Vielen Dank liebe Magali, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen und uns einen Einblick in dein Verständnis von Shiatsu geschenkt hast.

Vielen Dank auch an dich meine liebe*r Leser*in für deine Zeit und Aufmerksamkeit. Ich freue mich, wenn du dieses Interview mit jemandem teilst, dem*der es Freude bringt. Lass mir gerne ein Kommentar da, wie es dir gefallen hat und welche alternativen Heilverfahren dich noch interessieren.

Alles Liebe & Namasté

Deine Ines

Fotos © Unsplash (Blumen) I Magali Chasting (Personen)

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