Blog,  Mind & Spirit,  Yoga & mehr

Achtsamkeit lohnt sich

„Achtsamkeit ist ein von Augenblick zu Augenblick gegenwärtiges, nicht urteilendes Gewahrsein,
kultiviert dadurch, dass wir aufmerksam sind.“
– Jon Kabat-Zinn

Fühlst du dich manchmal gestresst, ausgelaugt und schlapp? Kein Wunder. Die Gesellschaft, in der wir leben, fordert einiges von uns. Sowohl beruflich als auch privat sind wir ständig unter Strom, erreichbar, unzähligen Reizen und Informationen ausgesetzt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem bekannten Wörtchen Leistung – schneller, höher, besser und am besten alles gleichzeitig!

Die Multitasking-Lüge

Multitasking – woher kommt das eigentlich? Der Begriff stammt eigentlich aus der Informationstechnologie (IT) und bezeichnet ein Betriebssystem, bei dem mehrere Prozesse nebeneinander ausgeführt werden. Dabei ist die Aussage „nebeneinander“ nicht korrekt, denn tatsächlich wechselt das System nur sehr schnell von einer zur anderen Aufgabe und arbeitet nicht parallel. Wenn das nicht mal ein Computer schafft, wie können wir als Menschen erwarten, das zu können? Oder besser gefragt, müssen wir das denn? MultitaskerInnen, oder zumindest die, die sich dafür halten, tun sich mit dieser Herangehensweise keinen Gefallen. Statt einem Thema ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken (hallo Achtsamkeit) und in die Tiefe einzutauchen, wird hier oberflächliches und eher ineffektives Arbeiten trainiert. Die Folge: Wir sind oftmals gar nicht mehr in der Lage einer Sache unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken und verspüren ständig den Drang, etwas nebenbei zu tun – häufig ist es der Griff zum Handy.

 

Lass mich dir ein Beispiel zeigen:

Du liest in deinem Buch. Beim ersten Satz bist du noch voll da. Drei Seiten später stellst du fest, dass du keine Ahnung hast, was du da gerade eigentlich gelesen hast. Dein Geist war auf Wanderschaft und deine Gedanken waren ganz woanders unterwegs.

Du warst unaufmerksam.

Unachtsamkeit ist heute ein Normalzustand

Wann konntest du dich zuletzt wirklich fokussiert auf nur eine Sache einlassen?

Wir verbringen den Großteil unserer wachen Zeit im Zustand der Unachtsamkeit. Unser Geist befindet sich in dieser Zeit auf Wanderschaft. Dieses Gedankenschweifen passiert häufig bei Routineaufgaben, deren Ausführung wir im Schlaf beherrschen. Das ist nicht per se schlecht. Tagträumerei hat auch positive Effekte, wie in schöner Erinnerung schwelgen oder sich Szenen auszumalen, die uns für den Moment ein wohliges Gefühl schenken. Auch unserer Kreativität können wir freien Lauf lassen. Doch genauso kann dieser Zustand in eine negative Richtung gleiten. Wenn die Gedanken ständig in Sorge sind und wiederholt um die gleichen Dinge kreisen, können diese unsere Realität formen. Lassen wir zu viele negative Gedanken in unsere Wirklichkeit, hat dies einen negativen Effekt auf unsere tatsächliche Energie, Lebensqualität und Gesundheit. Folgen können Stress, Verspannungen, Schlafstörungen und Erschöpfung sein.

Unsere Gedanken sind sehr mächtig, denn sie erschaffen unsere Realität.

Zusätzlich zu dem Gedankenwandern, tragen auch die Kommunikationsmedien ihren Teil dazu bei, dass wir unaufmerksam sind. Der Blick aufs Handy, die Kopfhörer auf den Ohren, der Blick ins Buch, etc. – all das entfernt uns von dem, was gerade passiert, im Hier und Jetzt. Schau dich z.B. in der Bahn um oder auf der Straße und zähle, wie viele Menschen ohne Kopfhörer oder mit gesenktem Blick auf ihr Handy, Buch, etc. starren.

Achtsamkeit lohnt sich

Achtsamkeit, deren Ursprung im Buddhismus liegt, folgt einem ganzheitlichen Ansatz und möchte Leid reduzieren und Freiheit ermöglichen. Und auch die Forschung findet wachsendes Interesse am Thema Achtsamkeit und den zahlreichen positiven Effekten, die das regelmäßige Anwenden von Achtsamkeitspraktiken, wie z.B. Meditation, mit sich bringt:

  • Verbesserte Aufmerksamkeit und intensivere Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments.
  • Verbessertes Körperbewusstsein und damit ein höheres Bewusstsein für ein gesundheitsbewusstes Verhalten.
  • Verbesserter Zugang zu den eigenen Gedanken und Gefühlen und hierdurch ein verbesserter Umgang mit schwierigen Emotionen sowie der Möglichkeit zur Emotions- und Selbstregulation.
  • Verbesserte Leistungsfähigkeit sowie Förderung von Kreativität und Problemlösung.
  • Verbessertes allgemeines Wohlbefinden durch erhöhte Gelassenheit, Lebensfreude, Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz.
  • Verbesserter Umgang mit Stress und mit Stress einhergehenden Problemen.
  • Verbesserter Umgang mit anderen Menschen: Mehr Geduld, erhöhte Empathie und verbesserte soziale Kompetenz.

Wie du Achtsamkeit lernen kannst

Wie auch neue Routinen oder neue Fähigkeiten eine Frage der regelmäßigen Anwendung sind, funktioniert das Prinzip der Regelmäßigkeit auch mit Achtsamkeit. Stell dir deine Achtsamkeit wie einen Muskel vor. Benutzt du ihn selten, wird er immer schwächer und wenn du ihn dann mal nutzen möchtest, fühlt es sich anstrengend an und du bist nach kurzer Zeit bereits ausgelaugt. Mit Geduld, Vertrauen und regelmäßiger Übung, kannst du deinen Achtsamkeit-Muskel trainieren, formen und stärken.

Mit kleinen Schritten in Richtung Achtsamkeit

Beginne dort, wo du gerade bist. Mit deiner nächsten Handlung. Sei es das Zähneputzen oder der Abwasch. Versuche mit deiner Aufmerksamkeit ganz bei dieser Aufgabe zu bleiben. Nimm deinen Blick und deinen Geist bei jedem einzelnen Schritt mit: Schau zu, wie du Zahnpasta auf deine Zahnbürste machst. Welche Farbe hat sie, wonach riecht sie? Beobachte deine Handbewegung. Folgst du einem bestimmten Muster beim Zähneputzen? Vielleicht willst du es heute mal ändern, vielleicht mal die andere Hand benutzen. Lass dich darauf ein und erfreue dich an deinem ersten Erfolg mit einer achtsamen Handlung.

Next Level: Meditation – Starte mit 5-10 Minuten täglich

Eine weitere Achtsamkeitstechnik ist die Meditation. Meditation wir nicht umsonst als eine Köngisdisziplin bezeichnet. Das schöne ist jedoch, dass jeder Mensch diese Technik auf eine ganz eigene Weise erlernen kann. Sie erfordert – wie alle Achtsamkeitstechniken – Übung, Durchhaltevermögen, Zeit und einen Ort der Ruhe. Du kannst wie immer klein anfangen. Plane dir 5 oder 10 Minuten ganz für dich ein, in denen du absolut ungestört bist. Gerade am Anfang ist es wichtig, dass du in Ruhe beginnst, ohne Möglichkeit zur Ablenkung. Der kleine Affe in deinem Kopf („monkey mind“) ist für den Anfang Herausforderung genug.

Neben Meditation und achtsamen Alltagshandlungen ist auch die körperliche Asanapraxis ein wundervoller Weg, um deiner Atmung und deinen Bewegungen mehr Bewusstsein zu schenken.

Ich danke dir, dass du bis hier dabei geblieben bist. Es freut mich, wenn du dir abschließend noch kurz Zeit nimmst und mir folgende 2 Fragen beantwortest:

1) Was bedeutet Achtsamkeit für dich?

2) Was hindert dich daran, Achtsamkeit in deinem Alltag zu integrieren?

 

Alles Liebe & Namasté

Deine Ines

Weiterführende Links zu aktueller Achtsamkeitsforschung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.